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Wartezeit Facharzttermin 2026: Daten je Fachrichtung, GKV vs. PKV und Ihre Fristen

Wie lange warten gesetzlich Versicherte wirklich auf einen Facharzttermin – und wie viel schneller sind Privatpatienten? Hier sind alle aktuellen Zahlen aus Bundestag, G-BA-Befragung, KBV und Studien, mit Methode und Datum, und Ihre gesetzlichen Fristen.

Redaktion Schneller-zum-Facharzt.de Aktualisiert am 18. Oktober 2026 11 Min. Lesezeit
Inhalt (12 Abschnitte)
  1. Wartezeit Facharzttermin: die wichtigsten Zahlen 2026
  2. Wie lange warten Kassen- und Privatpatienten? Die Befragungen
  3. Wartezeit je Fachrichtung: online buchbare Termine
  4. Terminservicestelle 116 117: Fristen und Zahlen
  5. Online-Termine: Chancen und Fallstricke
  6. Was sich 2027 ändert
  7. Schneller zum Facharzt: Ihre Wege nach Wartezeit
  8. In sieben Schritten schneller zum Facharzttermin
  9. Auch Privatpatienten warten – aber seltener lange
  10. Methodik und Datenpflege
  11. So lesen Sie Wartezeit-Statistiken richtig
  12. Wartezeiten nach Fachrichtung: unsere Ratgeber
Das Wichtigste in Kürze
  • Gesetzlich Versicherte, die warten mussten, warteten 2024 im Schnitt 42 Tage auf einen Facharzttermin, 9 Tage länger als 2019 (Bundesregierung, BT-Drs. 21/3858).
  • 60 % der Privatversicherten bekamen ihren Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 %; über zwei Monate warteten 37 % der GKV- und 13 % der PKV-Versicherten (G-BA-Versichertenbefragung 2025).
  • Bei online buchbaren Ersterterminen lagen gesetzlich Versicherte im Schnitt bei 49,1 Tagen, Privatversicherte bei 29,7 Tagen – mit dem größten Abstand in Neurologie und Urologie (Homburg-Studie 2026).
  • Über die Terminservicestelle 116 117 muss die Vermittlung binnen einer Woche erfolgen und die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten, in der Radiologie drei (§ 75 Abs. 1a SGB V); 2025 klappte das zu 98 % fristgerecht.
  • Ab 2027 entfallen die Zuschläge für vermittelte Termine (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); ein Primärarztsystem ist angekündigt, aber noch nicht als Entwurf vorgelegt.

Die Wartezeit auf einen Facharzttermin lag für gesetzlich Versicherte, die warten mussten, 2024 im Schnitt bei 42 Tagen – 9 Tage mehr als 2019 (Bundesregierung, BT-Drs. 21/3858). Privatversicherte bekommen zu 60 % einen Termin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 % (G-BA-Versichertenbefragung 2025). Über die 116 117 darf die Wartezeit höchstens vier Wochen betragen (§ 75 Abs. 1a SGB V, Stand: Oktober 2026).

Wartezeit Facharzttermin: die wichtigsten Zahlen 2026

42 Tage
durchschnittliche Wartezeit gesetzlich Versicherter auf einen Facharzttermin 2024 (2019: 33 Tage)
BT-Drs. 21/3858, 28.01.2026
60 vs. 35 %
Termin in weniger als vier Wochen – Privat- gegenüber gesetzlich Versicherten
G-BA-Versichertenbefragung 2025
49,1 vs. 29,7
Tage bis zum frühesten online buchbaren Ersttermin – GKV gegenüber PKV
Homburg-Studie 2026
4 Wochen
Höchstwartezeit bei Vermittlung über die 116 117 (Radiologie: 3 Wochen)
§ 75 Abs. 1a SGB V

Die Zahlen stammen aus verschiedenen Erhebungen und messen Verschiedenes: Befragungen fragen nach der erlebten Wartezeit beim letzten Termin, die Online-Auswertung misst den frühesten freien Kalendereintrag, die KBV zählt die Vermittlungen der Terminservicestellen. Deshalb nennen wir zu jeder Zahl die Quelle – und rechnen sie nicht gegeneinander auf.

Wie lange warten Kassen- und Privatpatienten? Die Befragungen

Die aktuellste Gegenüberstellung liefert die Versichertenbefragung der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Das Institut Dynata befragte vom 11.11. bis 11.12.2025 online 3.970 Menschen zwischen 18 und 70 Jahren, davon 3.523 gesetzlich und 447 privat Versicherte. Ergebnis: 60 % der Privatversicherten warteten weniger als vier Wochen auf ihren letzten Facharzttermin, bei den gesetzlich Versicherten waren es 35 %.

Wie lange Versicherte auf einen Facharzttermin warten

Anteil der Befragten nach Wartezeit beim letzten Facharzttermin, in Prozent – Privatversicherte warten deutlich seltener lange

0 %20 %40 %60 %189unter 1 Woche42271–4 Wochen24221–2 Monate10282–6 Monate39über 6 Monate
PrivatversicherteGesetzlich Versicherte

Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA, Erhebung 11.11.–11.12.2025 (Dynata, N = 3.970; Abb. 20: PKV n = 416, GKV n = 3.282), veröffentlicht April 2026. Rundungsbedingt nicht immer 100 %.

Auch bei den Erfahrungen zeigen sich Unterschiede: „Trotz Überweisung keinen Termin“ erlebten 15 % der gesetzlich und 6 % der privat Versicherten; „niemanden erreicht“ 18 % gegenüber 13 %. Mit dem Gesundheitssystem insgesamt waren 70 % der Privatversicherten sehr oder eher zufrieden, aber nur 46 % der gesetzlich Versicherten.

Die Bundesregierung stützt sich in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/3858 vom 28.01.2026) auf eine Versichertenbefragung des Bewertungsausschusses: 2024 warteten gesetzlich Versicherte, die überhaupt warten mussten, im Schnitt 42 Tage, 2019 waren es 33 Tage. Der GKV-Spitzenverband befragte im Frühjahr 2025 3.520 gesetzlich Versicherte: Der Median lag bei 10 Tagen, 25 % warteten länger als 30 Tage, und 30 % empfanden die Wartezeit als „(viel) zu lang“.

Wartezeit je Fachrichtung: online buchbare Termine

Die bislang einzige Auswertung mit Werten je Fachrichtung und Versicherungsstatus stammt von der Fachzentrum Finanzen GmbH (Homburg, 2026). Erhoben wurde vom 18.10. bis 06.11.2025 der früheste online buchbare Ersttermin bei Doctolib für 25.971 Ärztinnen und Ärzte in neun Fachrichtungen. „PKV“ umfasst dabei auch Selbstzahler; telefonisch vergebene Termine fehlen, und die Studie ist nicht begutachtet. Nur 43,5 % der Ärztinnen und Ärzte zeigten überhaupt einen Online-Termin für gesetzlich Versicherte.

Früheste online buchbare Facharzttermine: GKV gegenüber PKV

Durchschnittliche Wartezeit in Tagen je Fachrichtung (Ersttermin über Doctolib, Herbst 2025); „PKV“ schließt Selbstzahler ein

0 Tage25 Tage50 Tage75 Tage100 Tage7934Neurologie7937Urologie6339Haut5638Frauen4538Augen4024Orthopädie3022Innere247Radiologie
Gesetzlich VersichertePrivatversicherte/Selbstzahler

Homburg, „Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus“, Fachzentrum Finanzen GmbH 2026 (25.971 Ärztinnen und Ärzte, erhoben 18.10.–06.11.2025). PKV-Werte für Neurologie, Urologie, Haut und Frauen aus GKV-Wert minus ausgewiesener Differenz berechnet. Herausgeber ist ein Beratungsunternehmen; telefonisch vergebene Termine sind nicht erfasst.

Früheste online buchbare Ersttermine, Ø Tage. Quelle: Homburg, Fachzentrum Finanzen GmbH 2026 (Erhebung 18.10.–06.11.2025). * PKV-Wert in der Studiengrafik nicht beschriftet, als GKV-Wert minus ausgewiesene Differenz berechnet.
FachrichtungGKVPKV inkl. SelbstzahlerAbstand
Neurologie78,734,0*44,7
Urologie78,737,2*41,5
Dermatologie62,739,4*23,3
Gynäkologie56,238,1*18,1
Radiologie24,47,317,1
Orthopädie/Unfallchirurgie39,724,215,5
Psychotherapie35,025,69,4
Innere Medizin29,722,57,2
Augenheilkunde44,838,06,8
Alle neun Fächer49,129,719,4

Besonders deutlich ist der Unterschied in Großstädten: In Berlin zeigten 91,0 % der psychotherapeutischen und 75,7 % der neurologischen Angebote keinen Online-Termin für Kassenpatienten, in Hamburg 77,2 % der radiologischen. Neurologie und Urologie stehen in der Studiengrafik mit identischen 78,7 Tagen – wir geben die Werte unverändert wieder. Ihre Fachrichtung rechnet der Wartezeit-Rechner durch.

Terminservicestelle 116 117: Fristen und Zahlen

Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind die wichtigste kostenlose Abkürzung für gesetzlich Versicherte. Die Regeln stehen in § 75 Abs. 1a SGB V:

Regeln der Terminservicestellen nach § 75 Abs. 1a SGB V (abgerufen 18.10.2026) und Anlage 28 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte.
RegelInhalt
Erreichbarkeit24 Stunden an sieben Tagen unter 116 117, auch online
Vermittlungbinnen einer Woche
Höchstwartezeitvier Wochen; Radiologie drei Wochen; psychotherapeutische Akutbehandlung zwei Wochen
Überweisungnötig – außer Augenarzt, Frauenarzt, Psychotherapie und Akutfälle
Dringlichkeitkennzeichnet der überweisende Arzt; der Vermittlungscode heißt umgangssprachlich „Dringlichkeitscode“
Entfernungzumutbar: Fahrzeit zum nächsten geeigneten Arzt plus höchstens 30 Minuten, bei spezialisierten Fachärzten plus 60 Minuten
Ersatzambulanter Termin im Krankenhaus, wenn keine fristgerechte Vermittlung gelingt
AusnahmenBagatellerkrankungen und verschiebbare Routineuntersuchungen: „angemessene Frist“

Laut Evaluationsbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vermittelten die Terminservicestellen 2025 rund 1,94 Millionen Termine, 98 % davon fristgerecht, im Schnitt nach 10 Tagen (2024: 1,50 Millionen, 97 %, 11 Tage). Die Hälfte der Termine (49 %) buchten Versicherte selbst online. Je nach Fachgruppe unterscheidet sich die Vermittlungsdauer deutlich:

So lange dauerte die Vermittlung über die 116 117 im Jahr 2025

Durchschnittliche Vermittlungsdauer der Terminservicestellen in Tagen je Fachgruppe – die Höchstwartezeit liegt bei vier Wochen, in der Radiologie bei drei

HNO3 TagePsychotherapie7 TageChirurgie/Orthopädie7 TageRadiologie8 TageFrauenheilkunde8 TageAugenheilkunde9 TageKardiologie13 TageHaut15 TageUrologie15 TageNeurologie/Psychiatrie17 TageRheumatologie17 TageGastroenterologie20 Tage

KBV, Evaluationsbericht 116117 Terminservicestellen 2025 (veröffentlicht 29.06.2026); Fristen: § 75 Abs. 1a Satz 5 SGB V.

Vermittlungsdauer der 116 117 nach Fachgruppe

Durchschnittliche Vermittlungsdauer der Terminservicestellen 2025 in Tagen. Quelle: KBV-Evaluationsbericht 116117/TSS 2025 (veröffentlicht 29.06.2026).
FachgruppeTageFachgruppeTage
Hausarzt3Kardiologie13
HNO3Haut15
Kinder- und Jugendmedizin5Urologie15
Psychotherapie7Neurologie/Psychiatrie17
Chirurgie/Orthopädie7Rheumatologie17
Radiologie8Gastroenterologie20
Frauenheilkunde8Nephrologie23
Augenheilkunde9Endokrinologie/Diabetologie28

Die Vermittlungsquote lag 2025 bei 46 % der Vermittlungswünsche: Nicht jeder Anruf führt zu einem Termin, etwa weil keine Überweisung vorlag, der Wunsch zurückgezogen wurde oder kein Termin in zumutbarer Entfernung frei war. Wer mit Überweisung und Vermittlungscode anruft, hat die besten Chancen.

Neben der 116 117 vermitteln auch Hausarztpraxen direkt: Von Oktober 2024 bis September 2025 zählte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung rund 4,49 Millionen Hausarzt-Vermittlungsfälle und 1,47 Millionen Terminservicestellen-Fälle – zusammen 1,7 % aller fachärztlichen Fälle. 62 % der Hausarzt-Vermittlungen kamen binnen vier Tagen zum Termin.

Online-Termine: Chancen und Fallstricke

Online-Terminportale verkürzen die Suche – für gesetzlich Versicherte aber mit Einschränkungen. Nur 43,5 % der in der Homburg-Studie erfassten Ärztinnen und Ärzte boten überhaupt einen Online-Termin für Kassenpatienten an. Hinzu kommt: Nicht jeder angezeigte Termin ist ein Kassentermin. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fand im Mai 2026 bei 37 Frauen- und Hautarztpraxen in Berlin und Hamburg, dass 144 von 349 Terminarten auf eine Selbstzahlung hinwiesen. Das Landgericht Berlin II entschied am 18.11.2025, dass ein Portal bei der Suche nach Terminen für gesetzlich Versicherte keine reinen Selbstzahler- oder Privattermine anzeigen darf (Az. 52 O 149/25, nicht rechtskräftig, Berufung zum Kammergericht).

Unser Tipp: Achten Sie vor der Buchung auf Hinweise wie „Selbstzahler“ oder „Privatleistung“. Ein Selbstzahler-Termin kann trotzdem eine bewusste Wahl sein – dann sollten Sie den Preis vorher in Textform bekommen (§ 630c Abs. 3 BGB). Was er nach der Gebührenordnung kostet, zeigt der Selbstzahler-Rechner.

Was sich 2027 ändert

  • Zuschläge fallen weg: Bisher bekamen Praxen für Termine über die Terminservicestelle und für Hausarzt-Vermittlungen Zuschläge und eine Vergütung außerhalb des Budgets. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz streicht das ab dem 01.01.2027; diese Fälle werden wieder aus dem Budget bezahlt (KBV; KV Sachsen-Anhalt, Infoletter vom 28.07.2026). Wie sich das auf das Terminangebot auswirkt, ist offen.
  • Zuzahlungen steigen: Im Krankenhaus von 10 auf 15 € pro Tag, bei Arzneimitteln auf mindestens 7,50 € und höchstens 15 € (BGBl. 2026 I Nr. 228).
  • Primärarztsystem angekündigt: Laut Koalitionsvertrag sollen Hausarztpraxis oder 116 117 künftig den Bedarf für einen Facharzttermin feststellen und einen Zeitkorridor festlegen – mit Ausnahmen für Augenheilkunde und Gynäkologie. Der Referentenentwurf ist für den Herbst angekündigt, erste Wirkungen nicht vor 2028. Was das für Sie bedeutet, zeigt der Primärarztsystem-Check.
  • Digitale Terminvermittlung: Der Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation (Juli 2026) sieht vor, die Terminvermittlung der Kassenärztlichen Vereinigungen in die ePA-App zu integrieren; die Notfallreform (Bundestag 15.10.2026) teilt die 116 117 in Terminservice und Akutleitstelle.

Schneller zum Facharzt: Ihre Wege nach Wartezeit

Kostenlos: Überweisung und 116 117

Überweisung mit Vermittlungscode in der Hausarztpraxis, dann Vermittlung binnen einer Woche – Wartezeit höchstens vier Wochen, sonst Krankenhaustermin.

Als Selbstzahler

Privattermin gegen Rechnung nach der GOÄ – ein ausführlicher Facharzttermin kostet zum Schwellenwert 41,56 €. Ihren Fall rechnet der Selbstzahler-Rechner.

Mit Zusatzversicherung

Eine ambulante Zusatzversicherung erstattet Privatbehandlungen je nach Tarif – mit Gesundheitsfragen und Wartezeiten bis zu drei Monaten. Alle Wege vergleicht die Seite Privatpatient werden.

Dauerhaft als Privatpatient

Mit der privaten Krankenversicherung – wenn Sie dürfen: Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze, Selbstständige, Beamte, Studierende mit Befreiung. Prüfen Sie es mit dem Privat-versichern-Check.

In sieben Schritten schneller zum Facharzttermin

  1. Hausarztpraxis zuerst: Sie kann den Termin oft selbst vermitteln – oder eine Überweisung ausstellen und, wenn sie den Fall für dringlich hält, die Dringlichkeit kennzeichnen.
  2. 116 117 mit Überweisung: Rufen Sie an oder buchen Sie online über den eTerminservice. Vermittlung binnen einer Woche, Termin binnen vier Wochen (Radiologie: drei).
  3. Ohne Überweisung: beim Augenarzt, Frauenarzt und in der Psychotherapie direkt über die 116 117.
  4. Flexibel sein: Eine andere Praxis in zumutbarer Entfernung – bis 30 Minuten mehr Fahrzeit, bei spezialisierten Fachärzten bis 60 Minuten – erhöht die Chance auf einen schnellen Termin.
  5. Krankenhaustermin annehmen: Findet die Terminservicestelle nichts Fristgerechtes, muss sie einen ambulanten Termin im Krankenhaus anbieten.
  6. Selbstzahler-Termin als Option: Kosten vorher in Textform geben lassen (§ 630c Abs. 3 BGB); Preise nach der GOÄ zeigt der Selbstzahler-Rechner.
  7. Dauerhaft vorsorgen: mit einer ambulanten Zusatzversicherung oder – wenn Sie dürfen – mit der privaten Krankenversicherung.

Jeden Schritt erklären eigene Ratgeber: Dringlichkeitscode auf der Überweisung, Terminservicestelle 116 117, Facharzttermin innerhalb von 4 Wochen, Facharzttermin über den Hausarzt, Facharzttermin über die Krankenkasse, Facharzttermin online buchen und Facharzt ohne Überweisung. Was das geplante Primärarztsystem ändern würde, lesen Sie unter Primärarztsystem: ab wann? und Primärarztsystem für Privatversicherte.

Und wenn es akut ist: Bei lebensbedrohlichen Beschwerden wählen Sie den Notruf 112, außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Auch Privatpatienten warten – aber seltener lange

Der Status als Privatpatient ist kein Freifahrtschein: In der G-BA-Befragung warteten 24 % der Privatversicherten ein bis zwei Monate, 10 % zwei bis sechs Monate und 3 % länger. Der Unterschied liegt in der Verteilung: Bei gesetzlich Versicherten warteten 37 % länger als zwei Monate, bei Privatversicherten 13 %. Auch die Reihenfolge der Fächer mit den längsten Wartezeiten – Haut, Augen, Orthopädie, Kardiologie, HNO, Gynäkologie – war für beide Gruppen gleich. Wer schnellere Termine sucht, erreicht mit dem Status als Privatpatient also vor allem eines: deutlich bessere Chancen. Ob die private Krankenversicherung für Sie offensteht, zeigt der Privat-versichern-Check.

Methodik und Datenpflege

Wir übernehmen nur Zahlen aus veröffentlichten Quellen mit Datum: Antworten der Bundesregierung, Befragungen von G-BA-Patientenvertretung und GKV-Spitzenverband, Evaluationsberichte der KBV, Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung und – deutlich gekennzeichnet – die Studie eines privaten Herausgebers. Werte, die wir aus Grafiken berechnen, markieren wir. Sobald neue Berichte erscheinen – der KBV-Evaluationsbericht erschien zuletzt jeweils Ende Juni –, aktualisieren wir die Seite und den Wartezeit-Rechner und vermerken das Datum oben.

So lesen Sie Wartezeit-Statistiken richtig

Drei Dinge helfen beim Einordnen. Erstens: Median und Mittelwert sind verschieden – wenige sehr lange Wartezeiten ziehen den Durchschnitt nach oben, der Median zeigt die Mitte. Zweitens: Befragungen hängen von der Erinnerung ab, Online-Kalender bilden nur Praxen mit Online-Buchung ab. Drittens: Regionale Unterschiede sind groß; in ländlichen Regionen sind Entfernung und Praxisdichte oft das größere Problem. Sachlich bleibt: Alle Quellen zeigen kürzere Wartezeiten für Privatversicherte, und die Wartezeiten der gesetzlich Versicherten sind seit 2019 gestiegen.

Wartezeiten nach Fachrichtung: unsere Ratgeber

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Überweisung, 116 117, Vier-Wochen-Frist, Institutsambulanz, Selbstzahler: Wege zum Psychiater-Termin.

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Häufige Fragen

Wie lange ist die durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin?

Gesetzlich Versicherte, die mindestens einen Tag warten mussten, warteten 2024 im Schnitt 42 Tage (Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/3858); zählt man Termine am selben Tag mit, sind es 36 Tage. Der GKV-Spitzenverband nennt für 2025 einen Median von 10 Tagen; ein Viertel wartete länger als 30 Tage. Die Werte unterscheiden sich, weil sie verschieden gemessen werden.

Gibt es ein Gesetz zur Wartezeit auf einen Facharzttermin?

Ja, für die Vermittlung über die Terminservicestelle: Mit Überweisung muss sie binnen einer Woche einen Termin vermitteln, die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten, in der Radiologie drei Wochen (§ 75 Abs. 1a SGB V). Gelingt das nicht, muss sie einen ambulanten Termin im Krankenhaus anbieten. Für Bagatellerkrankungen und verschiebbare Routineuntersuchungen gilt eine „angemessene Frist“.

Warum bekommen Privatpatienten schneller einen Facharzttermin?

Belegt ist der Unterschied: 60 % der Privatversicherten bekommen einen Termin in unter vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 %. Als ein Grund gilt die Vergütung: Privatleistungen werden nach der GOÄ einzeln bezahlt, Kassenleistungen innerhalb eines Budgets je Praxis. Wer dauerhaft Privatpatient sein will, braucht die private Krankenversicherung – wenn er darf.

Bei welchen Fachärzten wartet man am längsten?

In der Online-Auswertung 2026 warteten Kassenpatienten in Neurologie und Urologie je 78,7 Tage, in der Dermatologie 62,7 und in der Gynäkologie 56,2 Tage. Über die 116 117 dauerte die Vermittlung 2025 in der Endokrinologie/Diabetologie mit 28 Tagen am längsten, in HNO mit 3 Tagen am kürzesten. In der G-BA-Befragung nannten Versicherte am häufigsten Hautarzt, Augenarzt und Orthopädie.

Was mache ich, wenn ich keinen Facharzttermin bekomme?

Bitten Sie Ihre Hausarztpraxis um eine Überweisung – bei Dringlichkeit mit Vermittlungscode – und wenden Sie sich an die 116 117. Sie muss binnen einer Woche einen Termin innerhalb von vier Wochen vermitteln oder einen Krankenhaustermin anbieten. Alternativ hilft ein Selbstzahler-Termin, eine ambulante Zusatzversicherung oder – wenn Sie dürfen – die private Krankenversicherung. Bei akuten Beschwerden: 112 oder 116 117.

Ändert das Primärarztsystem die Wartezeiten?

Das ist offen. Laut Koalitionsvertrag sollen Hausarztpraxis oder 116 117 künftig den Bedarf feststellen und einen Zeitkorridor für den Facharzttermin festlegen. Ein Gesetzentwurf lag am 18.10.2026 nicht vor; erste Wirkungen erwartet das Gesundheitsministerium nicht vor 2028.

Quellen

  1. Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung, Drucksache 21/3858 (PDF) – 28.01.2026
  2. Patientenvertretung im G-BA: Versichertenbefragung 2025 (PDF) – Erhebung 11/12-2025, veröffentlicht April 2026
  3. Homburg: Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus (Studienseite) – Fachzentrum Finanzen GmbH, 2026
  4. zm-online: GKV-Versicherte haben schlechteren Zugang zu online buchbaren Facharztterminen – zm 17/2026
  5. GKV-Spitzenverband: Versichertenbefragung (Pressemitteilung) – 05.01.2026
  6. KBV: Evaluationsbericht 116117 Terminservicestellen 2025 (PDF) – 29.06.2026
  7. Zi: Terminvermittlung – Zi insights (PDF) – 27.05.2026
  8. § 75 SGB V – Inhalt und Umfang der Sicherstellung – abgerufen 18.10.2026
  9. KV Sachsen-Anhalt: Infoletter zum Spargesetz – Auswirkungen auf die Honorare ab 2027 (PDF) – 28.07.2026
Redaktion Schneller-zum-Facharzt.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Facharztterminen, Wartezeiten, Selbstzahler-Kosten, Krankenhaus-Wahlleistungen und der Krankenversicherung (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Keine medizinische Beratung: Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse, keine Kassenärztliche Vereinigung, kein Angebot der Terminservicestelle. Herausgeber: Schneller-zum-Facharzt.de. Schneller-zum-Facharzt.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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