Inhalt (7 Abschnitte)
- Wie eine Zusatzversicherung zum schnelleren Termin führt
- Drei Hebel: Privatsprechstunde, Privatpraxis, Online-Termine
- Termin-Service im Tarif: worauf Sie achten
- Die Grenzen: Was eine Zusatzversicherung nicht verspricht
- Alle Wege zum schnelleren Termin im Vergleich
- Rechnet sich ein Tarif für schnellere Termine?
- Dauerhaft schneller: als Privatpatient mit der PKV
- Eine Zusatzversicherung verschafft keinen eigenen Termin-Anspruch, sondern den Zugang als Privatpatient: Privatsprechstunden und – je nach Tarif – Privatpraxen ohne Kassenzulassung.
- Privatversicherte bekommen deutlich häufiger schnell einen Termin: 60 % in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 % (G-BA-Versichertenbefragung 2025).
- Online buchbare Ersttermine lagen für Privatversicherte und Selbstzahler im Schnitt bei 29,7 Tagen, für Kassenpatienten bei 49,1 Tagen (Homburg-Studie 2026, Herausgeber: Beratungsunternehmen).
- Grenzen: Wartezeit bis zu drei Monate nach Abschluss (§ 197 VVG), Gesundheitsfragen beim Antrag, keine Termin-Garantie – auch 13 % der Privatversicherten warteten länger als zwei Monate.
- Kostenlos bleibt der gesetzliche Weg: Mit Überweisung vermittelt die 116 117 binnen einer Woche einen Termin mit höchstens vier Wochen Wartezeit (§ 75 Abs. 1a SGB V).
Eine Zusatzversicherung bringt schnellere Termine nicht über einen eigenen Termin-Anspruch, sondern über die Privatbehandlung: Sie können Privatsprechstunden und – je nach Tarif – Privatpraxen nutzen, in denen Privatpatienten deutlich schneller drankommen. 60 % der Privatversicherten bekommen einen Facharzttermin in unter vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 % (G-BA-Befragung 2025). Eine Termin-Garantie gibt es nicht; kostenlos bleibt die 116 117 mit Vier-Wochen-Frist (Stand: Oktober 2026).
Wie eine Zusatzversicherung zum schnelleren Termin führt
Eine ambulante Zusatzversicherung erstattet Rechnungen für Privatbehandlungen beim Arzt – im Umfang des Tarifs. Der Termin-Vorteil entsteht dadurch, dass Sie damit als Privatpatient in die Praxis kommen. Viele Vertragsärztinnen und Vertragsärzte bieten neben den mindestens 25 Wochenstunden Kassensprechstunde eigene Privatsprechstunden an (§ 17 Abs. 1a BMV-Ä, § 19a Ärzte-ZV). Reine Privatpraxen behandeln ohnehin nur Privatpatienten und Selbstzahler. Beide Wege stehen Ihnen mit einem passenden Tarif offen, ohne dass Sie die Rechnung allein tragen.
Der Unterschied ist messbar. In der Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA (Erhebung November/Dezember 2025, 3.970 Befragte) bekamen 60 % der Privatversicherten ihren Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 %. Länger als zwei Monate warteten 13 % der Privat- und 37 % der gesetzlich Versicherten.
Wie lange Versicherte auf einen Facharzttermin warten
Anteil der Befragten nach Wartezeit beim letzten Facharzttermin, in Prozent – Privatversicherte warten deutlich seltener lange
Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA, Erhebung 11.11.–11.12.2025 (Dynata, N = 3.970; Abb. 20: PKV n = 416, GKV n = 3.282), veröffentlicht April 2026. Rundungsbedingt nicht immer 100 %.
Drei Hebel: Privatsprechstunde, Privatpraxis, Online-Termine
Privatsprechstunde
Eigene Zeiten der Kassenpraxis für Privatpatienten. Als Kassenpatient mit Zusatztarif bestätigen Sie schriftlich, dass Sie privat behandelt werden möchten (§ 18 Abs. 8 BMV-Ä). Mehr im Ratgeber Privatsprechstunde.
Privatpraxis
Ärztinnen und Ärzte ohne Kassenzulassung. Ob Ihr Tarif sie einschließt, steht in den Bedingungen – mehr unter Privatarzt-Zusatzversicherung.
Online-Termine
Bei Doctolib warteten Privatversicherte und Selbstzahler im Herbst 2025 auf einen Ersttermin im Schnitt 29,7 Tage, Kassenpatienten 49,1 Tage (Homburg-Studie 2026).
Zur Einordnung der Online-Werte: Die Auswertung stammt von der Fachzentrum Finanzen GmbH, einem Beratungsunternehmen; sie ist nicht begutachtet und erfasst keine telefonisch vergebenen Termine. Nur 43,5 % der 25.971 erfassten Ärztinnen und Ärzte zeigten überhaupt einen Online-Termin für gesetzlich Versicherte. Wie lange Sie in Ihrer Fachrichtung voraussichtlich warten, zeigt der Wartezeit-Rechner.
Termin-Service im Tarif: worauf Sie achten
Für Termin-Services in Zusatztarifen gibt es keinen gesetzlichen Standard. Ob ein Tarif zusätzlich eine Hilfe bei der Terminsuche anbietet, steht in den Tarifunterlagen. Wenn ja, prüfen Sie genau, was zugesagt wird:
- Vermittlung oder Frist? Wird nur ein Vermittlungsversuch zugesagt oder ein Termin innerhalb einer bestimmten Zeit?
- Kassen- oder Privattermin? Wird ein Kassentermin gesucht oder ein Privattermin, dessen Rechnung der Tarif erstattet?
- Welche Fachrichtungen? Gilt der Service für alle Fachärzte oder nur für bestimmte?
- Erstattung des Termins: Erstattet der Tarif die anschließende Privatrechnung vollständig – bis zum Höchstsatz der GOÄ?
Auch manche gesetzlichen Krankenkassen bieten eigene Terminservices an; was sie leisten, erklärt der Ratgeber Facharzttermin über die Krankenkasse. Einen gesetzlichen Anspruch auf Vermittlung binnen vier Wochen haben gesetzlich Versicherte über die Terminservicestelle 116 117 (§ 75 Abs. 1a SGB V).
Die Grenzen: Was eine Zusatzversicherung nicht verspricht
- Keine Termin-Garantie: Ob und wann eine Praxis Ihnen einen Privattermin gibt, entscheidet die Praxis. Auch Privatversicherte warten: 24 % ein bis zwei Monate, 13 % länger (G-BA 2025). Die Fächer mit den längsten Wartezeiten – Haut, Augen, Orthopädie, Kardiologie, HNO, Gynäkologie – waren für beide Gruppen dieselben.
- Wartezeit nach Abschluss: höchstens drei Monate, für Psychotherapie, Entbindung und Zahnbehandlung höchstens acht Monate (§ 197 Abs. 1 VVG).
- Gesundheitsfragen: Beim Antrag fragt der Versicherer in der Regel nach Ihrer Gesundheit. Ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk klärt vorab, welche Tarife infrage kommen.
- Erstattungsgrenzen: Erstattet der Tarif nur bis zum Schwellenwert oder bis zu einem Jahresbetrag, bleibt ein Eigenanteil.
- Akuter Bedarf: Bei lebensbedrohlichen Beschwerden zählt kein Tarif, sondern der Notruf 112; außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Alle Wege zum schnelleren Termin im Vergleich
| Weg | Was er bringt | Kosten | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Hausarzt-Vermittlung, Dringlichkeitscode | Facharzttermin über die Hausarztpraxis | kostenlos | Hausarzt hält den Fall für dringlich |
| Terminservicestelle 116 117 | Termin binnen vier Wochen, sonst im Krankenhaus | kostenlos | meist Überweisung |
| Offene Sprechstunde | Behandlung ohne Termin, mindestens fünf Stunden pro Woche in vielen Facharztpraxen | kostenlos | Wartezeit vor Ort |
| Selbstzahler-Termin | Privattermin, oft schneller | z. B. 41,56 € je ausführlichem Termin | keine |
| Ambulante Zusatzversicherung | Privatsprechstunde und je nach Tarif Privatpraxen | Monatsbeitrag nach Alter und Tarif | Annahme nach Gesundheitsfragen, Wartezeit |
| Private Krankenversicherung | dauerhaft Privatpatient bei jedem Arzt | Beitrag nach Alter und Tarif; Arbeitgeber zahlt bei Angestellten die Hälfte | Gehalt über 77.400 € (2027: 84.150 €), selbstständig, verbeamtet oder Studium mit Befreiung |
Die kostenlosen Wege erklären die Ratgeber Dringlichkeitscode und Terminservicestelle 116 117. Welche Kombination für Ihr Ziel und Budget passt, zeigt der kostenlose Termin-Wege-Check – ohne Gesundheitsfragen.
Rechnet sich ein Tarif für schnellere Termine?
Ein schneller Termin als Selbstzahler kostet nach der GOÄ zum Schwellenwert 21,44 € (Beratung und symptombezogene Untersuchung) bis 41,56 € (eingehende Beratung und Untersuchung eines Organsystems). Gehen Sie viermal im Jahr privat zum Facharzt, zahlen Sie 166,24 €. Ein Tarif, der diese Rechnungen vollständig erstattet, ist bis zu einem Beitrag von 13,85 € im Monat günstiger als selbst zu zahlen. Kommt eine teure Untersuchung wie ein MRT des Knies hinzu (251,80 €), steigt die Grenze auf 34,84 € im Monat. Ihren eigenen Fall rechnet der Selbstzahler-Rechner, inklusive Vergleich mit einem Beitrag Ihrer Wahl.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Wegen Wartezeit und Gesundheitsfragen schließen Sie einen Tarif am besten ab, bevor ein Termin drängt. Für einen akuten Bedarf sind die 116 117 oder ein einzelner Selbstzahler-Termin der schnellere Weg. Was ein Tarif leisten sollte, lesen Sie im Ratgeber ambulante Zusatzversicherung.
Dauerhaft schneller: als Privatpatient mit der PKV
Eine Zusatzversicherung öffnet Ihnen die Tür zur Privatsprechstunde, solange der Tarif reicht. Wer dauerhaft und bei jedem Arzt Privatpatient sein möchte – und im Krankenhaus je nach Tarif mit Chefarzt und Einbettzimmer –, für den ist die private Krankenversicherung der direkte Weg. Die Leistungen sind vertraglich zugesichert, der Versicherer kann die Vollversicherung nicht ordentlich kündigen (§ 206 Abs. 1 VVG). Ob Sie wechseln dürfen, prüft der Privat-versichern-Check; warum Privatpatienten schneller drankommen, erklärt der Ratgeber Warum bekommen Privatpatienten schneller Termine?
Häufige Fragen
Bekomme ich mit einer Zusatzversicherung schneller einen Facharzttermin?
Oft ja, aber indirekt: Mit einer ambulanten Zusatzversicherung können Sie sich als Privatpatient behandeln lassen – in der Privatsprechstunde einer Kassenpraxis oder je nach Tarif in einer Privatpraxis. Privatversicherte bekommen zu 60 % einen Facharzttermin in weniger als vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 % (G-BA 2025). Eine Garantie für einen bestimmten Termin gibt es nicht.
Gibt es eine Versicherung mit Facharzt-Terminservice?
Ob ein Tarif einen Service zur Terminsuche enthält, steht in den Tarifunterlagen – einen gesetzlichen Standard dafür gibt es nicht. Prüfen Sie genau, was zugesagt wird: ein Vermittlungsversuch oder eine Frist, für Kassen- oder für Privattermine. Den gesetzlichen Anspruch auf Vermittlung binnen vier Wochen haben gesetzlich Versicherte über die Terminservicestelle 116 117.
Ab wann hilft die Zusatzversicherung beim Termin?
Erst nach der Wartezeit von höchstens drei Monaten; für Psychotherapie, Entbindung und Zahnbehandlung höchstens acht Monate (§ 197 VVG). Wer erst abschließt, wenn ein Termin drängt, profitiert davon zunächst nicht. Für einen akuten Bedarf ist ein Selbstzahler-Termin oder die 116 117 der schnellere Weg.
Lohnt sich eine Zusatzversicherung nur für schnellere Termine?
Das hängt davon ab, wie oft Sie zum Facharzt gehen. Bei vier ausführlichen Terminen im Jahr zahlen Sie als Selbstzahler nach GOÄ 166,24 € – ein Tarif, der das vollständig erstattet, rechnet sich bis 13,85 € im Monat. Wer nur selten einen schnellen Termin braucht, zahlt oft günstiger selbst.
Was ist schneller: Zusatzversicherung oder Terminservicestelle?
Die Terminservicestelle muss mit Überweisung binnen einer Woche vermitteln, die Wartezeit darf höchstens vier Wochen betragen (§ 75 Abs. 1a SGB V); 2025 dauerte die Vermittlung im Schnitt 10 Tage (KBV). Eine Zusatzversicherung öffnet Ihnen zusätzlich Privatsprechstunden und je nach Tarif Privatpraxen – ohne Überweisung, aber auch ohne gesetzliche Frist.
Quellen
- Patientenvertretung im G-BA: Versichertenbefragung 2025 (PDF) – veröffentlicht April 2026
- Homburg: Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus (Studienseite) – Fachzentrum Finanzen GmbH, 2026
- § 75 SGB V – Terminservicestellen – abgerufen 18.10.2026
- § 197 VVG – Wartezeiten – abgerufen 18.10.2026
- KBV: Evaluationsbericht 116117 Terminservicestellen 2025 (PDF) – 29.06.2026
- KBV: Bundesmantelvertrag-Ärzte (BMV-Ä), §§ 17, 18 (PDF) – Fassung vom 01.04.2026
- § 5 GOÄ – Bemessung der Gebühren – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Facharztterminen, Wartezeiten, Selbstzahler-Kosten, Krankenhaus-Wahlleistungen und der Krankenversicherung (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Keine medizinische Beratung: Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse, keine Kassenärztliche Vereinigung, kein Angebot der Terminservicestelle. Herausgeber: Schneller-zum-Facharzt.de. Schneller-zum-Facharzt.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.