Ratgeber

MRT als Selbstzahler: Kosten nach GOÄ für Knie, Rücken und Kopf

Wochen auf einen MRT-Termin warten – oder morgen als Selbstzahler? Viele Radiologie-Praxen bieten das an. Was ein MRT von Knie, Rücken oder Kopf nach der Gebührenordnung für Ärzte kostet, wann die Kasse zahlt und wie Sie kostenlos schneller drankommen, lesen Sie hier.

Redaktion Schneller-zum-Facharzt.de Aktualisiert am 18. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Was kostet ein MRT als Selbstzahler?
  2. Warum beim MRT der Faktor 1,8 gilt
  3. Beispielrechnungen: Knie, Rücken, Kopf
  4. MRT als Kassenpatient: Überweisung und Fristen
  5. Was Ihr MRT kostet – drei Wege im Vergleich
  6. Lohnt sich das MRT als Selbstzahler?
  7. Vor dem Termin klären: die Checkliste
  8. Selbst zahlen, Zusatzversicherung oder PKV?
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein MRT als Selbstzahler kostet nach der GOÄ zum üblichen 1,8-fachen Satz: Knie 251,80 €, Wirbelsäule 440,65 €, Kopf 461,64 € (Punktwert 5,82873 Cent).
  • Eine ergänzende Serie, zum Beispiel mit Kontrastmittel (Nr. 5731), kostet 104,92 € mehr; das Kontrastmittel selbst wird als Auslage berechnet.
  • Für MRT gilt ein Gebührenrahmen bis zum 2,5-fachen Satz; über dem 1,8-fachen braucht es eine schriftliche Begründung, und eine Honorarvereinbarung über 2,5 ist nicht erlaubt (§§ 2, 5, 12 GOÄ).
  • Kassenpatienten bekommen ein MRT nur mit Überweisung; über die Terminservicestelle darf die Wartezeit in der Radiologie drei Wochen nicht überschreiten (§ 75 Abs. 1a SGB V).
  • Bei online buchbaren Radiologie-Terminen warteten gesetzlich Versicherte im Herbst 2025 im Schnitt 24,4 Tage, Privatversicherte und Selbstzahler 7,3 Tage (Homburg-Studie 2026).

Ein MRT als Selbstzahler kostet nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zum üblichen 1,8-fachen Satz 251,80 € für ein Knie, 440,65 € für die Wirbelsäule und 461,64 € für den Kopf; eine ergänzende Serie, etwa mit Kontrastmittel, kostet 104,92 € mehr, das Kontrastmittel kommt als Auslage hinzu. Höher als zum 2,5-fachen Satz darf ein MRT nicht berechnet werden – auch nicht per Honorarvereinbarung (§§ 2, 5 GOÄ, Stand: Oktober 2026).

Was kostet ein MRT als Selbstzahler?

Radiologie-Praxen rechnen ein privat bezahltes MRT nach der GOÄ ab. Die Gebühr ist Punktzahl × Punktwert 5,82873 Cent × Steigerungsfaktor (§ 5 GOÄ). Die MRT-Nummern stehen im Abschnitt O des Gebührenverzeichnisses. Die wichtigsten Untersuchungen:

MRT-Kosten als Selbstzahler nach GOÄ, eigene Berechnung mit Punktwert 5,82873 Cent. Punktzahlen laut Abschrift des Gebührenverzeichnisses (abrechnungsstelle.com), rechnerisch geprüft. Ohne Kontrastmittel und sonstige Auslagen. Stand 18.10.2026.
Untersuchung (GOÄ-Nr.)PunkteEinfachsatzRegelsatz 1,8Höchstsatz 2,5
MRT Knie bzw. ein Gelenk (5729)2.400139,89 €251,80 €349,72 €
MRT Wirbelsäule (5705)4.200244,81 €440,65 €612,02 €
MRT Kopf (5700)4.400256,46 €461,64 €641,16 €
Ergänzende Serie(n), z. B. mit Kontrastmittel (5731)1.00058,29 €104,92 €145,72 €

Zum Vergleich mit Marktpreisen: Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes nannte für ein Kopf-MRT zur Alzheimer-Früherkennung als Selbstzahlerleistung „in der Regel“ 260 bis 580 € (Stand 2019). Die GOÄ-Werte liegen in dieser Spanne. Ihren Fall mit Region, Serie und Faktor rechnet der Selbstzahler-Kostenrechner.

Warum beim MRT der Faktor 1,8 gilt

Für die meisten ärztlichen Leistungen reicht der Gebührenrahmen bis zum 3,5-fachen Satz, Regel bis 2,3. Für Leistungen der Abschnitte A, E und O – dazu gehören Röntgen, CT und MRT – gelten engere Grenzen (§ 5 Abs. 3 GOÄ):

Regel: bis 1,8

Bis zum 1,8-fachen Satz braucht die Praxis keine Begründung. Die meisten Rechnungen liegen hier.

Bis 2,5 mit Begründung

Darüber muss die Rechnung für die einzelne Leistung verständlich und schriftlich begründen, warum (§ 12 Abs. 3 GOÄ).

Keine Honorarvereinbarung

Für Leistungen der Abschnitte A, E, M und O ist eine Vereinbarung über einen höheren Satz unzulässig (§ 2 Abs. 3 GOÄ).

Das macht MRT-Kosten gut kalkulierbar: Mehr als den 2,5-fachen Satz darf keine Praxis verlangen. Hinzu kommen nur Auslagen wie das Kontrastmittel, das bei einer Anwendung verbraucht wird (§ 10 GOÄ), und je nach Untersuchung Zuschläge, die das Gebührenverzeichnis vorsieht.

Beispielrechnungen: Knie, Rücken, Kopf

Eigene Beispielrechnungen nach GOÄ, jeweils mit einer ergänzenden Serie (Nr. 5731); ohne Kontrastmittel, Zuschläge und Auslagen. Stand 18.10.2026.
UntersuchungRegelsatz 1,8Höchstsatz 2,5
MRT Knie + ergänzende Serie356,72 €495,44 €
MRT Wirbelsäule + ergänzende Serie545,57 €757,74 €
MRT Kopf + ergänzende Serie566,56 €786,88 €

Ob eine ergänzende Serie oder ein Kontrastmittel nötig ist, entscheidet die Radiologin oder der Radiologe – fragen Sie vorher, welche Leistungen geplant sind und was das Kontrastmittel kostet. Die Praxis muss Sie vor der Untersuchung in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren, wenn sie weiß, dass die Kasse sie nicht übernimmt (§ 630c Abs. 3 BGB). Im Krankenhaus als Wahlleistung kostet dasselbe MRT übrigens 25 % weniger, weil die GOÄ dort eine Minderung vorschreibt – Details unter Chefarztbehandlung: Kosten.

MRT als Kassenpatient: Überweisung und Fristen

Als Kassenleistung bekommen Sie ein MRT nur auf Überweisung: Radiologie gehört zu den Fächern, die Kassenpatienten ausschließlich auf Überweisung behandeln (§ 13 Abs. 4 Bundesmantelvertrag-Ärzte). Das hat auch einen Vorteil, denn mit der Überweisung steht Ihnen der kostenlose Weg über die Terminservicestelle 116 117 offen. Für die Radiologie gilt dort eine kürzere Frist als für andere Fächer:

3 Wochen
Höchstwartezeit für einen Radiologie-Termin über die Terminservicestelle
§ 75 Abs. 1a SGB V
8 Tage
durchschnittliche Vermittlungsdauer Radiologie 2025
KBV-Evaluationsbericht
24,4 / 7,3
Tage bis zum online buchbaren Radiologie-Termin: GKV / PKV inkl. Selbstzahler
Homburg-Studie 2026

Die Online-Zahlen stammen aus einer Auswertung eines Beratungsunternehmens (Homburg, Fachzentrum Finanzen GmbH, erhoben Herbst 2025); telefonisch vergebene Termine sind nicht enthalten. In Hamburg zeigten 77,2 % der Radiologinnen und Radiologen keinen Online-Termin für Kassenpatienten. Alle kostenlosen Wege zum MRT-Termin – von der Überweisung mit Dringlichkeitscode bis zum Termin im Krankenhaus – beschreibt der Ratgeber MRT-Termin schneller bekommen; die Regeln der Terminservicestelle 116 117 erklären wir separat.

Was Ihr MRT kostet – drei Wege im Vergleich

MRT des Knies (GOÄ Nr. 5729) auf drei Wegen, eigene Berechnung nach GOÄ, Stand 18.10.2026. Ohne Kontrastmittel und Auslagen.
WegKosten für SieGut zu wissen
Kassenleistung mit Überweisung0 €Termin über die Praxis oder die Terminservicestelle, dort Wartezeit höchstens drei Wochen
Selbstzahler ambulant, Regelsatz 1,8251,80 €Praxis und Termin frei wählbar; höchstens 349,72 € zum 2,5-fachen Satz
Wahlleistung im Krankenhaus, Regelsatz 1,8188,85 €25 % Minderung bei stationärer Behandlung (§ 6a GOÄ), nur mit Wahlleistungsvereinbarung

Rechnet man die Online-Wartezeiten aus der Homburg-Studie gegen, kauft ein Selbstzahler in der Radiologie im Schnitt rund 17 Tage früher einen Termin – für ein Knie-MRT zum Regelsatz also für gut 250 €. Ob sich das lohnt, ist eine persönliche Abwägung: Wer beruflich oder privat auf einen schnellen Befund angewiesen ist, entscheidet anders als jemand, der drei Wochen gut überbrücken kann. Medizinisch dringliche Fälle gehören ohnehin nicht in die Warteschlange – darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, zum Beispiel mit einem Dringlichkeitsvermerk auf der Überweisung.

Lohnt sich das MRT als Selbstzahler?

Das hängt davon ab, was Ihnen Zeit und Arztwahl wert sind. Über die Terminservicestelle bekommen Sie mit Überweisung binnen drei Wochen einen Termin, aber nicht unbedingt in Ihrer Wunschpraxis – zumutbar ist eine Fahrzeit von bis zu 30 Minuten mehr als zur nächsten geeigneten Praxis. Als Selbstzahler wählen Sie Praxis und Termin selbst und zahlen dafür typischerweise 250 bis 570 € zum Regelsatz, je nach Region und Serie. Wer mehrmals im Jahr bildgebende Untersuchungen braucht, kommt schnell auf Beträge, bei denen eine Versicherung günstiger sein kann.

Vor dem Termin klären: die Checkliste

  • Region und Umfang: Welche Körperregion, wie viele Serien, mit oder ohne Kontrastmittel?
  • Faktor: Rechnet die Praxis zum 1,8-fachen Satz oder höher – und warum?
  • Kosten in Textform: Lassen Sie sich die voraussichtlichen Kosten vorab schriftlich oder per E-Mail geben.
  • Überweisung oder Fragestellung: Fragen Sie, ob die Praxis eine ärztliche Überweisung oder Fragestellung braucht.
  • Befund und Bilder: Klären Sie, wie Sie Befundbericht und Bilder erhalten und ob Ihre behandelnde Ärztin sie direkt bekommt.
  • Rechnung prüfen: Nummer, Bezeichnung, Faktor und Betrag je Leistung, Auslagen einzeln ausgewiesen (§ 12 Abs. 2 GOÄ).

Selbst zahlen, Zusatzversicherung oder PKV?

Die Krankenkasse erstattet ein privat bezahltes MRT in der Regel nicht – außer Sie haben vorher Kostenerstattung nach § 13 Abs. 2 SGB V gewählt; dann gibt es höchstens den Kassensatz abzüglich bis zu 5 % Verwaltungskosten. Wer regelmäßig privat zum Facharzt oder in die Radiologie geht, kann mit einer ambulanten Zusatzversicherung vorsorgen, die Privatrechnungen je nach Tarif erstattet; Wartezeiten von bis zu drei Monaten und Gesundheitsfragen sind üblich (§ 197 VVG). Wer in die private Krankenversicherung darf, ist dauerhaft Privatpatient – ob das für Sie gilt, zeigt der Privat-versichern-Check. Wie der Weg zum MRT als Privatversicherter aussieht, erklärt der Ratgeber „MRT ohne Überweisung als Privatpatient“.

Mehr zu Rechten, Kosten und Erstattung beim Selbstzahlen finden Sie im Ratgeber Selbstzahler-Termin. Welcher Weg zu Ihnen passt, zeigt der kostenlose Termin-Wege-Check – in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen.

Häufige Fragen

Was kostet ein MRT als Selbstzahler?

Nach der Gebührenordnung für Ärzte zum üblichen 1,8-fachen Satz: Knie oder ein anderes Gelenk 251,80 €, Wirbelsäule 440,65 €, Kopf 461,64 €. Zum Höchstsatz von 2,5 sind es 349,72 €, 612,02 € bzw. 641,16 €. Eine ergänzende Serie, zum Beispiel mit Kontrastmittel, kostet zum 1,8-fachen Satz 104,92 € mehr; das Kontrastmittel kommt als Auslage hinzu.

Was kostet ein MRT vom Knie als Selbstzahler?

Das MRT eines Gelenks (GOÄ Nr. 5729, 2.400 Punkte) kostet zum 1,8-fachen Satz 251,80 €, zum Einfachsatz 139,89 € und zum Höchstsatz 349,72 €. Mit ergänzender Serie (Nr. 5731) sind es zum 1,8-fachen Satz 356,72 € – ohne die Kosten für das Kontrastmittel.

Was kostet ein MRT der Wirbelsäule als Selbstzahler?

Das MRT der Wirbelsäule (GOÄ Nr. 5705, 4.200 Punkte) kostet zum 1,8-fachen Satz 440,65 €, zum Höchstsatz 612,02 €. Mit ergänzender Serie kommen zum 1,8-fachen Satz 104,92 € hinzu, zusammen 545,57 €.

Kann ich als Kassenpatient ohne Überweisung ein MRT machen lassen?

Als Kassenleistung nicht: Radiologische Leistungen gibt es für gesetzlich Versicherte nur auf Überweisung (§ 13 Abs. 4 Bundesmantelvertrag-Ärzte). Als Selbstzahler bezahlen Sie privat; ob die Praxis dafür eine ärztliche Überweisung oder Fragestellung verlangt, entscheidet sie. Ob und wie untersucht wird, entscheidet immer die Radiologin oder der Radiologe.

Erstattet die Krankenkasse ein privat bezahltes MRT?

In der Regel nicht. Nur wer vorher Kostenerstattung nach § 13 Abs. 2 SGB V gewählt hat, bekommt höchstens den Kassensatz abzüglich bis zu 5 % Verwaltungskosten. Eine ambulante Zusatzversicherung erstattet Privatrechnungen je nach Tarif; in der privaten Krankenversicherung ist das MRT je nach Tarif versichert.

Quellen

  1. § 5 GOÄ – Bemessung der Gebühren (Abs. 3: Abschnitte A, E, O) – abgerufen 18.10.2026
  2. § 2 GOÄ – Abweichende Vereinbarung (Abs. 3) – abgerufen 18.10.2026
  3. § 10 GOÄ – Ersatz von Auslagen – abgerufen 18.10.2026
  4. § 12 GOÄ – Fälligkeit und Abrechnung – abgerufen 18.10.2026
  5. abrechnungsstelle.com: GOÄ-Ziffern (Abschrift des Gebührenverzeichnisses) – Nr. 5700, 5705, 5729, 5731; Sekundärquelle, rechnerisch geprüft
  6. § 75 SGB V – Terminservicestellen (Abs. 1a) – abgerufen 18.10.2026
  7. KBV: Bundesmantelvertrag-Ärzte (PDF) – § 13 Abs. 4, Fassung 01.04.2026
  8. Homburg: Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus – Fachzentrum Finanzen GmbH 2026, Beratungsunternehmen als Herausgeber
  9. IGeL-Monitor: MRT zur Früherkennung einer Alzheimer-Demenz – Marktpreis-Spanne, Stand 15.05.2019
Redaktion Schneller-zum-Facharzt.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Facharztterminen, Wartezeiten, Selbstzahler-Kosten, Krankenhaus-Wahlleistungen und der Krankenversicherung (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Keine medizinische Beratung: Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse, keine Kassenärztliche Vereinigung, kein Angebot der Terminservicestelle. Herausgeber: Schneller-zum-Facharzt.de. Schneller-zum-Facharzt.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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