Inhalt (8 Abschnitte)
- Was kostet ein Hautarzt-Termin als Selbstzahler?
- So setzt sich die Hautarzt-Rechnung zusammen
- Was zahlt die Krankenkasse beim Hautarzt?
- Wie lange warten Kassenpatienten beim Hautarzt?
- Drei Beispielrechnungen
- Selbst zahlen, Zusatzversicherung oder PKV?
- Was beim Hautarzt sonst noch dazukommen kann
- Worauf Sie beim Selbstzahler-Termin achten
- Ein Hautarzt-Termin als Selbstzahler kostet nach der GOÄ zum Schwellenwert 21,44 € (Beratung und symptombezogene Untersuchung) bis 41,56 € (eingehende Beratung und Untersuchung eines Organsystems).
- Ein Hautkrebs-Screening als Privatleistung (GOÄ-Nummern 1 und 7) kostet 32,17 €, mit Auflichtmikroskopie (Nr. 750) 48,26 € – die Auflichtmikroskopie kommt nach dem GOÄ-Ratgeber der Bundesärztekammer nur bei Abklärungsbedarf hinzu.
- Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren jedes zweite Jahr Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening als Kassenleistung (§ 29 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des G-BA).
- Bei online buchbaren Ersterterminen in der Dermatologie warteten gesetzlich Versicherte im Herbst 2025 im Schnitt 62,7 Tage, Privatversicherte und Selbstzahler rund 39 Tage (Homburg-Studie 2026).
- Wer regelmäßig zum Hautarzt geht, kann mit einer ambulanten Zusatzversicherung oder – wenn er darf – der PKV je nach Tarif günstiger fahren als mit Selbstzahlen.
Ein Hautarzt-Termin als Selbstzahler kostet nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zum Schwellenwert 21,44 € für Beratung und symptombezogene Untersuchung bis 41,56 € für eine eingehende Beratung mit Untersuchung der Haut; ein Hautkrebs-Screening als Privatleistung kostet 32,17 €, mit Auflichtmikroskopie 48,26 €. Ab 35 Jahren zahlt die Kasse das Hautkrebs-Screening jedes zweite Jahr (§ 29 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie, Stand: Oktober 2026).
Was kostet ein Hautarzt-Termin als Selbstzahler?
Gehen Sie als Kassenpatient privat zur Hautärztin oder zum Hautarzt, rechnet die Praxis nach der GOÄ ab – so wie bei Privatpatienten. Jede Leistung hat eine Nummer und eine Punktzahl; die Gebühr ist Punktzahl × Punktwert 5,82873 Cent × Steigerungsfaktor (§ 5 GOÄ). Für Beratung, Untersuchung und Auflichtmikroskopie gilt ein Faktor von 1,0 bis 3,5; ohne schriftliche Begründung darf die Praxis bis zum 2,3-fachen Satz gehen.
| Leistung (GOÄ-Nummern) | Einfachsatz | Schwellenwert 2,3 | Höchstsatz 3,5 |
|---|---|---|---|
| Kurzer Termin: Beratung + symptombezogene Untersuchung (1 + 5) | 9,32 € | 21,44 € | 32,64 € |
| Ausführlicher Termin: eingehende Beratung + Untersuchung der Haut (3 + 7) | 18,07 € | 41,56 € | 63,24 € |
| Hautkrebs-Screening als Privatleistung (1 + 7) | 13,99 € | 32,17 € | 48,96 € |
| Hautarzt-Check mit Auflichtmikroskopie (1 + 7 + 750) | 20,98 € | 48,26 € | 73,44 € |
| Auflichtmikroskopie allein (750) | 6,99 € | 16,09 € | 24,48 € |
Die meisten Praxen rechnen zum Schwellenwert ab. Liegt der Faktor darüber, muss die Rechnung das für die einzelne Leistung verständlich begründen (§ 12 Abs. 3 GOÄ). Ihren Fall mit Faktor und Zahl der Termine rechnet der Selbstzahler-Kostenrechner.
So setzt sich die Hautarzt-Rechnung zusammen
Ein Blick auf die einzelnen Positionen hilft, die eigene Rechnung zu verstehen. Am Beispiel des Hautarzt-Checks zum Schwellenwert:
- Nummer 1 – Beratung: 80 Punkte × 5,82873 Cent × 2,3 = 10,72 €.
- Nummer 7 – vollständige Untersuchung eines Organsystems (hier: die Haut): 160 Punkte × 5,82873 Cent × 2,3 = 21,45 €.
- Nummer 750 – Auflichtmikroskopie: 120 Punkte × 5,82873 Cent × 2,3 = 16,09 €.
Zusammen ergibt das 48,26 €. Die Bundesärztekammer erläutert in ihrem GOÄ-Ratgeber: Ein Hautkrebs-Screening als Privatleistung ist mit den Nummern 1 und 7 berechnungsfähig; die Auflichtmikroskopie kommt nur hinzu, wenn sie zur Abklärung nötig ist. Die eingehende Beratung (Nr. 3) darf nur allein oder zusammen mit bestimmten Untersuchungen (Nr. 5 bis 8, 800, 801) berechnet werden – neben der Auflichtmikroskopie also nicht. Welche Leistungen nötig sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt; diese Seite gibt keine medizinische Empfehlung.
Was zahlt die Krankenkasse beim Hautarzt?
Als Kassenpatient können Sie direkt in eine Hautarztpraxis mit Kassenzulassung gehen – es gilt die freie Arztwahl (§ 76 SGB V). Die Kasse zahlt die medizinisch notwendige Behandlung. Für das Hautkrebs-Screening gilt eine eigene Regel: Versicherte haben ab 35 Jahren jedes zweite Jahr Anspruch darauf (§ 29 Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, Fassung in Kraft seit 12.03.2026). Durchführen dürfen es Hautärztinnen und Hautärzte sowie dafür qualifizierte Hausärzte. Der G-BA hat ein Verfahren eingeleitet, um die Regeln zu überprüfen – auch mit Blick auf ein mögliches risikobasiertes Screening und die Häufigkeit der Untersuchungen.
Wer unter 35 ist oder das Screening häufiger möchte, zahlt es als individuelle Gesundheitsleistung selbst. Wichtig: Die Praxis muss Sie vorher in Textform über die voraussichtlichen Kosten informieren (§ 630c Abs. 3 BGB), und auf der Rechnung muss die Leistung als „auf Verlangen“ erbracht gekennzeichnet sein (§ 12 Abs. 3 GOÄ).
Kassenleistung nur als Selbstzahler-Termin?Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat im Mai 2026 Online-Terminangebote von Haut- und Frauenarztpraxen in Berlin und Hamburg ausgewertet: Von 49 Hautarzt-Terminarten, die grundsätzlich Kassenleistungen entsprachen, wurden 28 ausschließlich als Selbstzahlerleistung angeboten (Marktcheck, 02.07.2026). Prüfen Sie deshalb vor der Buchung, ob es sich um einen Kassen- oder einen Privattermin handelt.
Wie lange warten Kassenpatienten beim Hautarzt?
Die Dermatologie gehört zu den Fächern mit den längsten Wartezeiten. In der Versichertenbefragung der Patientenvertretung im G-BA (Ende 2025) lag die Hautarztpraxis bei Privat- wie Kassenpatienten auf Platz eins der längsten Wartezeiten. Bei online buchbaren Ersterterminen warteten gesetzlich Versicherte im Herbst 2025 im Schnitt 62,7 Tage, Privatversicherte und Selbstzahler rund 39 Tage – ein Unterschied von 23,3 Tagen (Homburg-Studie 2026, Herausgeber ist ein Beratungsunternehmen; der PKV-Wert ist aus der ausgewiesenen Differenz berechnet). Über die Terminservicestelle 116 117 dauerte die Vermittlung eines Hauttermins 2025 im Schnitt 15 Tage (KBV-Evaluationsbericht).
Kostenlos schneller geht es mit einer Überweisung mit Dringlichkeitscode: Dann muss die Terminservicestelle binnen einer Woche einen Termin vermitteln, die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten (§ 75 Abs. 1a SGB V). Alle Wege zum Hauttermin beschreibt der Ratgeber Hautarzt-Termin schnell bekommen; Ihre voraussichtliche Wartezeit zeigt der Wartezeit-Rechner.
Drei Beispielrechnungen
| Fall | pro Termin | pro Jahr | Zusatztarif lohnt bis |
|---|---|---|---|
| Hautkrebs-Screening privat, 1 × im Jahr (1 + 7) | 32,17 € | 32,17 € | 2,68 € / Monat |
| Hautarzt-Check mit Auflichtmikroskopie, 2 × im Jahr | 48,26 € | 96,52 € | 8,04 € / Monat |
| Ausführlicher Termin (3 + 7), 3 × im Jahr | 41,56 € | 124,68 € | 10,39 € / Monat |
Die Beispiele zeigen: Für einzelne Hautarzttermine bleibt die Rechnung überschaubar. Wer dagegen auch andere Fachärzte privat aufsucht – Augenarzt, Orthopädie, Bildgebung –, kommt schnell auf höhere Beträge. Dann lohnt der Vergleich mit einer Versicherung.
Selbst zahlen, Zusatzversicherung oder PKV?
Selbst zahlen
Gut für einzelne, planbare Termine. Kosten vorher in Textform erfragen, Rechnung aufbewahren. Mehr zu Rechten und Erstattung im Ratgeber Selbstzahler-Termin.
Ambulante Zusatzversicherung
Erstattet Privatrechnungen nach GOÄ je nach Tarif – auch bei Privatärzten. Wartezeiten von bis zu drei Monaten und Gesundheitsfragen sind üblich. Mehr: ambulante Zusatzversicherung.
Private Krankenversicherung
Dauerhaft Privatpatient: 60 % der Privatversicherten bekommen einen Facharzttermin in unter vier Wochen, gesetzlich Versicherte zu 35 %. Ob Sie dürfen, zeigt der Privat-versichern-Check.
Was beim Hautarzt sonst noch dazukommen kann
Die Tabelle oben zeigt den Arzttermin selbst. Je nach Behandlung können weitere Rechnungen oder Kosten hinzukommen – gut, wenn Sie das vorher wissen:
- Laborleistungen: Für Laboruntersuchungen gilt ein eigener Gebührenrahmen bis zum 1,3-fachen Satz, ohne Begründung bis zum 1,15-fachen (§ 5 Abs. 4 GOÄ).
- Gewebeuntersuchung: Wird eine Probe entnommen und von einer Pathologie untersucht, stellt diese ihre Leistung in der Regel gesondert in Rechnung.
- Medikamente: Verordnet die Praxis bei einer Privatbehandlung ein Medikament, erhalten Sie meist ein Privatrezept und zahlen den Apothekenpreis selbst.
- Auslagen: Materialien, die verbraucht werden, darf die Praxis als Auslagen gesondert berechnen (§ 10 GOÄ).
- Kosmetische Leistungen: Behandlungen aus ästhetischen Gründen sind keine Kassenleistung und werden ebenfalls privat abgerechnet.
Fragen Sie deshalb nicht nur „Was kostet der Termin?“, sondern auch „Was kann noch dazukommen?“. Eine seriöse Kosteninformation nennt die geplanten Leistungen mit GOÄ-Nummern und Faktor.
Worauf Sie beim Selbstzahler-Termin achten
- Terminart prüfen: Kassen- oder Privattermin? Bei Online-Buchungen steht das nicht immer auf den ersten Blick da – mehr dazu unter Doctolib und Selbstzahler-Termine.
- Kosten vorher: Lassen Sie sich die voraussichtlichen Kosten in Textform geben – mit GOÄ-Nummern und Faktor.
- Ausfallhonorar: Manche Praxen verlangen eine Gebühr bei kurzfristiger Absage; im vzbv-Marktcheck wiesen 20 von 37 Praxen bei mindestens einer Terminart darauf hin.
- Rechnung prüfen: Datum, Nummer, Bezeichnung, Betrag und Faktor je Leistung; über 2,3 mit Begründung (§ 12 GOÄ).
- Belege sammeln: Für eine Zusatzversicherung oder die Steuererklärung brauchen Sie die Originalrechnung.
Welcher Weg zu Ihnen passt – kostenlos über die 116 117, als Selbstzahler, mit Zusatzversicherung oder als Privatpatient –, zeigt der kostenlose Termin-Wege-Check in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Hautarzt-Termin als Selbstzahler?
Das hängt von den Leistungen ab. Nach der GOÄ kostet eine Beratung mit symptombezogener Untersuchung zum Schwellenwert 21,44 €, eine eingehende Beratung mit Untersuchung der Haut 41,56 €. Ein Hautarzt-Check mit Untersuchung der Haut und Auflichtmikroskopie kostet 48,26 €. Ohne Begründung darf die Praxis bis zum 2,3-fachen Satz abrechnen.
Was kostet ein Hautkrebs-Screening als Selbstzahler?
Als Privatleistung wird es nach dem GOÄ-Ratgeber der Bundesärztekammer mit den Nummern 1 (Beratung) und 7 (vollständige Untersuchung der Haut) abgerechnet: zum Schwellenwert 32,17 €, zum Einfachsatz 13,99 €, zum Höchstsatz 48,96 €. Kommt eine Auflichtmikroskopie zur Abklärung hinzu (Nr. 750), sind es 48,26 € zum Schwellenwert.
Zahlt die Krankenkasse das Hautkrebs-Screening?
Ja, ab 35 Jahren jedes zweite Jahr (§ 29 der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, Fassung in Kraft seit 12.03.2026). Durchführen dürfen es Hautärztinnen und Hautärzte sowie qualifizierte Hausärzte. Ein erneutes Screening ist erst nach Ablauf des auf die letzte Untersuchung folgenden Kalenderjahres möglich.
Warum bietet mein Hautarzt nur Selbstzahler-Termine an?
Vertragsärzte müssen mindestens 25 Stunden pro Woche Sprechstunden für gesetzlich Versicherte anbieten (§ 19a Ärzte-ZV) und dürfen Sie nicht dazu drängen, statt der Kassenleistung privat zu zahlen (§ 128 Abs. 5a SGB V). Sind die Kassentermine ausgebucht, hilft die Terminservicestelle 116 117 – mit Überweisung muss sie binnen einer Woche einen Termin vermitteln, die Wartezeit darf vier Wochen nicht überschreiten.
Was kostet eine Auflichtmikroskopie beim Hautarzt?
Die Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie, GOÄ Nr. 750, 120 Punkte) kostet als Einzelleistung zum Schwellenwert 16,09 €, zum Einfachsatz 6,99 € und zum Höchstsatz 24,48 €. Sie wird meist zusammen mit Beratung und Untersuchung abgerechnet; ob sie nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Quellen
- GOÄ – Gebührenverzeichnis (Anlage) – Nummern 1, 3, 5, 7 amtlich; Nr. 750 laut Abschrift abrechnungsstelle.com
- § 5 GOÄ – Bemessung der Gebühren – abgerufen 18.10.2026
- Bundesärztekammer: GOÄ-Ratgeber – Liquidation des Hautkrebs-Screenings – Deutsches Ärzteblatt 106 (40), 2009
- G-BA: Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL), § 29 – Fassung vom 18.12.2025, in Kraft seit 12.03.2026
- Homburg: Zugang zu ambulanten Facharztterminen nach Versicherungsstatus – Fachzentrum Finanzen GmbH 2026, Beratungsunternehmen als Herausgeber
- KBV: Evaluationsbericht 116117 Terminservicestellen 2025 (PDF) – 29.06.2026
- vzbv: Trotz Filter – Doctolib zeigt Kassenpatientinnen kostenpflichtige Termine – Marktcheck, 02.07.2026
- § 630c BGB – Informationspflichten – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Facharztterminen, Wartezeiten, Selbstzahler-Kosten, Krankenhaus-Wahlleistungen und der Krankenversicherung (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Keine medizinische Beratung: Bei akuten Beschwerden wählen Sie den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse, keine Kassenärztliche Vereinigung, kein Angebot der Terminservicestelle. Herausgeber: Schneller-zum-Facharzt.de. Schneller-zum-Facharzt.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.